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Wie jeder weiß, ist die Rente in Deutschland nicht sicher. Der Grund dafür ist, dass die Frauen seit langer Zeit im statistischen Durchschnitt weniger als zwei Kinder bekommen und die Deutschen immer älter werden.

Für unser über „Umlagen“ finanziertes gesetzliches Rentensystem heißt das, dass über die Zeit eine schrumpfende Erwerbsbevölkerung für immer mehr Rentner sorgen muss.
Das könnte man ändern, wenn man das Eintrittsalter weiter erhöhte oder die Altersleistungen kürzte. Aber das trifft auf den Widerstand der politisch einflussreichen Wählergruppe der Rentner und Ruheständler in spe. Folglich hat die Bundesregierung im Jahr 2019 lieber eine „doppelte Haltelinie“ eingeführt, mit der das Rentenniveau nicht unter 48 Prozent des Lohns sinken und der Beitragssatz nicht über 20 Prozent des Lohns steigen soll.


Der Dumme dabei ist der Steuerzahler: Mit dieser Politik würden die Bundeszuschüsse zur Rentenversicherung bis Mitte des folgenden Jahrzehnts auf die Hälfte des Bundeshaushalts steigen.


Abhilfe könnte eine kapitalgedeckte Säule als Ergänzung zur umlagefinanzierten Rentenversicherung schaffen. Denn wenn Altersbeiträge angespart und in ein globales Wertpapierportfolio angelegt werden, können deutsche Ruheständler der heimischen Demografie-Falle entkommen. Sie profitieren von Erträgen, die von jüngeren Erwerbsbevölkerungen in anderen Ländern erwirtschaftet werden.


Das erkannte schon die Regierung des damaligen Bundeskanzlers Gerhard Schröder (SPD) und führte die Riester-Rente ein, die jedoch im Niedrigzinsumfeld an der ihr auferlegten Garantie des Erhalts geleisteter Beiträge scheiterte. Nun versucht die Ampel-Regierung mit der „Aktienrente“ einen neuen Anlauf.


Was bisher über dieses Vorhaben bekannt wurde, deutet darauf hin, dass es sich dabei jedoch um einen Etikettenschwindel handelt. Statt eine kapitalgedeckte zweite Säule zu schaffen, will der Bund mit kreditgehebelten Aktienanlagen Zuschüsse für die gesetzliche Rentenversicherung erwirtschaften. Zunächst zehn und später mehr Milliarden geliehener Euros sollen in ein globales Aktienportfolio investiert werden, dessen Erträge an die Rentenversicherung überwiesen werden sollen.


Die Betätigung als Finanzinvestor mag dem Bund steuerfinanzierte Rentenzuschüsse sparen, unterwirft die „Aktienrente“ aber der gleichen politischen Wankelmütigkeit wie die umlagefinanzierte Rente. Mit dem schwedischen Modell, das oft als Vorbild genannt wird, hat dieses Vorhaben nichts zu tun.
Vermutlich hat die gleiche Angst wie bei der Riester-Rente die Ausgestaltung der „Aktienrente“ bestimmt: die Furcht, die Rentenleistungen könnten unter den Schwankungen des Aktienmarkts leiden. Jedoch gibt es intelligentere Lösungen, den Einfluss von Aktienmarktschwankungen auf die Rente zu vermeiden.


Die Zahlungen aus Aktienanlagen könnten allerdings über gemeinsames Sparen verstetigt werden. Wie bei einem Stausee zur Elektrizitätserzeugung durch Wasserkraft würden die Sparbeiträge der Teilnehmer in einem gemeinsamen Aktienportfolio gesammelt. Erträge wirken wie Regen, der den Wasserstand erhöht, Marktrücksetzer wie eine Dürre, die den Pegel vorübergehend sinken lässt.
Bei richtiger Kalibrierung kann den Sparern aber später ein stetiger Geldstrom ausgezahlt werden.
Dadurch wird der Einzelne vom Stand des Aktienmarkts bei Renteneintritt weitgehend unabhängig und erhält wie alle anderen auch den über die längere Zeit mittleren Ertrag aus seinem Anteil am gemeinsamen Aktienportfolio.

Quelle: die Welt am Sonntag / Beitrag Thomas Mayer (Gründungsdirektor des Flossbach von Storch Research Institute)